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Wer nichts weiß, muss alles glauben

Windows andLinux

Posted by admin On April - 7 - 2008

Um Linux-Anwendungen auszuprobieren oder die eigene Website im Konqueror zu testen, muss man weder die Festplatte partitionieren noch auf eine Virtualisierungslösung zurückgreifen: AndLinux lässt sich wie jedes andere Windows-Programm installieren und bringt ein Ubuntu Linux auf den Windows-Desktop.

AndLinux verwendet CoLinux, eine Portierung des Linux-Kernels auf Windows, die auf dem Konzept einer Cooperative Virtual Machine basiert. Dabei läuft das Gastsystem als eine den Prozessen des Wirtssystems gleichberechtigte Routine, und beide Systeme können Ressourcen an das jeweils andere System abgeben. Der Vorteil dieser eher selten eingesetzten Technik liegt in einer besseren Performance gegenüber VMware. Die Software-Ausstattung für AndLinux stellt Ubuntu, Xming kommt als X-Server und Pulseaudio als Sound-Server zum Einsatz. Beim Download hat man die Wahl zwischen einer schlanken XFCE-Variante und einem AndLinux mit KDE-Anwendungen. Während der Installation entscheidet man, ob AndLinux als Windows-Dienst laufen oder manuell über das Startmenü gestartet werden soll und wie man Dateien zwischen Windows und AndLinux austauschen will. Dabei sollte man den Datentausch per Samba gegenüber der Arbeit mit dem virtuellen coFS-Dateisystem vorziehen, der zwar das Einrichten einer Freigabe erfordert, dafür jedoch auch mit Sonderzeichen in Dateinamen reibungslos klappt. Auf die Freigaben greift man später über das virtuelle Netzwerk-Interface zu, das AndLinux anlegt.

Beim Start gibt sich AndLinux unspektakulär, da es anders als Systeme in einer Virtualisierungsumgebung keinen eigenen Desktop startet, sondern nur das XFCE-Panel einblendet oder ein neues zweites Startmenü in der Windows-Leiste platziert. Darüber lassen sich die mitgelieferten Linux-Programme aufrufen. Anfangs ist die Auswahl gering, doch über den Paketmanager Synaptic oder das Kommandozeilenprogramm apt-get stockt man den Anwendungsfundus nach Belieben auf. Dabei sollte man gleich zu Beginn die deutschen Sprachpakete einspielen, da sich AndLinux von Haus aus mit englischen Menüs präsentiert.

Die Linux-Programme laufen integriert in den Windows-Desktop und es ist möglich, zwischen den Anwendungen per Kopieren und Einfügen Text auszutauschen. Drucker sind in der aktuellen Version von AndLinux noch nicht vorkonfiguriert, lassen sich jedoch mit wenigen Handgriffen einrichten, wenn Linux das Gerät unterstützt und man es unter Windows freigegeben hat. Ist das nicht der Fall, bleibt der Umweg über den Ausdruck in eine Postscript- oder PDF-Datei.

Besonders gut gefällt die Integration von AndLinux in Windows – das System bringt nicht nur ein eigenes Startmenü und Schnellstart-Icons mit, sondern installiert auch Kontextmenü-Erweiterungen für den Explorer. So ist es möglich, einen Ordner über das Explorer-Kontextmenü im KDE-Dateimanager Konqueror zu öffnen, Text-Dateien mit Kate zu bearbeiten und PDF-Dateien in KPDF zu öffnen, das weitaus flinker startet als der Adobe Reader.

Neben den offiziellen Paket-Repositories gibt es inzwischen auch schon von engagierten Nutzern für AndLinux erstellte Pakete. Im Community-Bereich der Projekt-Homepage lässt sich ein LAMP-Add-on herunterladen, das nicht nur den Webserver Apache, PHP und MySQL installiert, sondern auch Perl, ProFTPD, phpMyAdmin, Webalizer und eine ganze Reihe weitere Anwendungen unter AndLinux einrichtet.

AndLinux punktet vor allem damit, dass es ohne Neupartitionieren gelingt, eine riesige Auswahl von Linux-Programmen direkt unter Windows auszuprobieren. Die Integration in den Desktop ist so gut gelungen, dass man Linux- und Windows-Anwendungen kaum voneinander unterscheiden kann. Für manche mag es jedoch ein Nachteil sein, über keinen separaten Linux-Desktop zu verfügen. Für Anwender, die nur einen Blick auf KDE oder Gnome werfen wollen, ist AndLinux daher nicht das Richtige.

Links: http://andlinux.org/
geklaut von: Heise Software

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