Die letzten Wochen erschütterten die Menschheit in ihren Glauben an einen sicheren Skiurlaub. Medienvertreter aus aller Welt folgten den Lockrufen der nordheim-westfällischen Regierung in die Hallen des angeschlagenen HDO Trickfilmstudios um eine unbeschreibliche Hetzjagd auf die Alpentouries zu starten und Wolfgang in seinen Stuhl zu festigen. Es wurden medienwirksam Schreckensszenarien ins Bild gesetzt um den ordentlichen Deutschen fern vom räuberischen Bergvolk zu halten. Doch die Wahrheit ist ganz anders.
In Wirklichkeit haben die Lawinenabgänge nichts mit falschen Bebauungsplänen oder jenseits der Pisten fahrenden Selbstmördern zu tun. Nein, die Mütter aller Lawinenabgänge sind die linksrheinischen, Tulpen züchtenden Westeuropäer. Unsere lieben Nachbarn fallen alljährlich über die Alpen, die aufgrund einiger politischer Missverständnisse vor 50 Jahren nicht mehr zum Reich gehören, her und versuchen sich für die Hochwasserkatastrophen der letzten Jahre zu rächen.
Studien ergaben, dass der Holländer ein Rudeltier ist. Diese Theorie wird schon bei der Anreise zum Urlaub untermauert, da diese in der flachen Steppe lebenden Wesen immer in einer Kolonne von mobilen Gartenhäuschen oder besseren Viehtransporten dorthin gekarrt werden wo wir unser vor dem Finanzamt in Sicherheit gebrachtes Geld ausgeben wollen. Früher konnten EU Beauftragte die Transporte noch beim ersten Tankstopp aufhalten aber seit dem die Eingepferchten Tiere beim Tanken auch zur Tränke geführt werden und durch seltsam anmutende Bewegungen ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen, ist es vorbei mit den Notschlachtungen nach dem EU Tiertransportgesetzt.
Angekommen in den Alpen suchen Holländer den direkten Kontakt zum Berg mit den größten Schneebrettern. Dort werden Mannschaften gebildet die dann versuchen den besten Alkohlkotzer zu ermitteln. Da die Harmonisierung der Europäischen Steuergesetze es den Holländern zwar erlaubt die Kosten eines Alpenbesuchs aufzunehmen aber da das Geld immer noch nicht für der ortseigene Verpflegung reicht schleppt er sämtliche zum Verzehr geeigneten Lebensmittel mit sich. Schon beim ersten Konsum dieser Güter kommt es zur akuten Lawinengefahr, weil die tiefen, grunzartigen Töne die diese Wesen beim trinken ihres Chemiebiers von sich geben der natürlichen Frequenz des Berges entsprechen. Aber der gewissenhafte Beobachter wird feststellen, das Lawinen immer erst am Nachmittag abgehen. Also war das nur die Vorbereitung.
Holländer können weder Ski noch Schneebrett fahren. Sie fallen immer gleichzeitig um oder mähen eine Absperrung oder einen Artgenossen über den Haufen. Dadurch wird der schon stark gefährdete Lawinenhang ein Stück mehr seinem Verderben nahe gebracht. Kurz nach Schließung der Lifte gegen 16 Uhr, eine Zeit zu der der ordentliche Deutsche bereits Ausschau nach einer weiblichen Decke für die kalte Nacht hält, fallen die Rudeltiere geschlossen in die Aprés Ski Bars ein und versuchen durch heftiges Stampfen mit ihren Leihschuhen die Kellerdecke zu durchbrechen. Das ist die gefährlichste Zeit für Lawinen. Augenzeugen berichten, dass genau zu dieser Zeit, wenn der normale Urlauber versucht eine Bar zu finden in der keine Menschen rumlaufen die eine Halskrankheit Sprache nennen, die schlimmsten Lawinen niedergehen und flüchtende Urlauber unter sich begraben. Der Holländer bekommt davon meist nichts mit, da er zu dieser Zeit kurz vor einer Alkoholvergiftung steht oder sich gerade versucht sich mit seinen mitgebrachten Satestäbchen ein neues Piercing zu verpassen.
Unsere Forscherteams scheuten keine Kosten und Mühen um herauszufinden, wie nächtliche Lawinenabgänge zustande kommen. Auch bei ihnen liegt die Ursache wieder bei den Holländern. Das Rudeltier an sich ist eigentlich ein scheues Wesen, was erst unter Artgenossen zu Höchstformen aufläuft. Daher ist es verständlich, dass Holländer die abendliche Nahrungsaufnahme immer gemeinsam vollstrecken. Dabei legen sie ein Verhalten an den Tag, welches verhaltensgestörten Zoo Wölfen sehr ähnlich ist. Der Rudelführer beschnuppert zuerst das Salatbuffet, dann folgt ihm die Herde im Gänsemarsch und vergisst dabei ihre restliche Umwelt. Jeder Wehrmachtssoldat wußte schon, daß man auf schwingungsempfindlichen Terrain nicht im Gleichschritt sondern unregelmäßig marschiert um Frequenzaufschaukelungen zu vermeiden. Da alle Horden zur gleichen Zeit Hunger haben, bebt gegen Abend also das ganze Dorf und die noch vom Nachmittag übrig gebliebenen Lawinen lösen sich. Letzte Schneereste werden anschließend durch lautes Gejaule vom Berg gelöst. Das einzig positive an der Dorfschaukelei ist, dass man nach einen anstrengenden Skitag keine Sportgymnastik mit den Betthupferln mehr machen muss, für die rhythmische Bewegung sorgen halt die Herdentiere.
Damit wäre das Phänomen der Lawinen gelöst. Zum Abschluß muß man aber sagen, das es in einigen Jahren keine Lawinen mehr geben wird, da der Holländer als Rudeltier durch generationenlange Inzucht vom genetischen Aussterben bedroht ist. Das würde dem sicheren Skifahren zwar entgegenkommen aber die Nächte werden dadurch natürlich anstrengender.
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